Planer- und Architektentag 2018

Über 60 Architekten und Planer folgten auch dieses Jahr wieder der Einladung zum hawo Planer- und Architektentag nach Heppenheim. Zum nunmehr 12. Mal fand dieses sehr beliebte und jährlich stattfindende Weiterbildungs-Event in den Schulungsräumen in Heppenheim statt.

Breit gefächerte Themengebiete aus Technik, Gestaltung und Recht erwartete die Seminarteilnehmer.

 

 

Nach der Begrüßung durch Josef Arnold, führte Andreas Brehm in die neuen hawo Ausschreibungstexte. Diese können nun auch bequem auf der Ausschreibungsplattform ausschreiben.de, der zeitgemäßen Anwendung zur schnellen, korrekten Erstellung von Leistungsverzeichnissen, abgerufen und verarbeitet werden.

Nächster Referent des Tages war Dipl.-Ing. (FH) Hans-Joachim Rolof mit dem Thema Wasser ist der größte Feind des Bauwerks. „Der planende Architekt schuldet ein in sich schlüssiges Abdichtungskonzept“, so seine Eingangsworte. In seinem kurzweiligen und höchst informativen Vortrag betrachtete er anschaulich

  • Einsatz von Sanierputzen – Chance oder Risiko?
    Feuchte und schadsalzbelastete Untergründe: Diagnostik – Bewertung – Planung
  • Feuchtemanagement statt Schäden an Gebäuden
    Das Ende der DIN 18 195 – die neue DIN 18 533-1:
    Abdichtung von erdberührten Bauteilen!
  • Neue Anforderungen und Herausforderungen für Planer und Bauleiter

Viele Fallbeispiele und Lösungen aus der Praxis rundeten seinen kurzweiligen Vortrag ab.

Jedes Jahr lädt AkzoNobel internationale Trendexperten ein, um herauszufiltern, welches die neuesten Trends sind. Die daraus entstehende Studie Sikkens ColourFutures™ bildet unseren Zeitgeist perfekt ab und gibt viele Anregungen. Neben der Vorstellung dieser Studie und der daraus entstandenen Broschüre Farbtrends 2019 – Let the light in mit der Farbe Spiced Honey als Farbe des Jahres 2019, beleuchtete Dipl.-Designerin Frau Christine Gottwald (AkzoNobel) in ihrem Vortrag zudem eine spannende Zeitreise die Farbigkeit früherer Jahrzehnte und vermittelte Wissenswertes rund um das Phänomen Farbe.

 

Designbeläge mit ungeahnten Möglichkeiten war das 4. Thema des Tages. Jürgen Büssow gab eine Übersicht über die Weiterent-wicklungen im Bereich der Deisgn-Bodenbelägen. „Wo übliche Designbeläge versagen, ist Clibo stabil die Lösung.“ so seine Eingangsworte. Größter Vorteil dieses Bodenbelages ist die extreme Dimensionsstabilität. Dadurch ist die Verwendung in Wintergärten möglich und Flächen bis zu 400 m² können ohne Dehnungsfugen in einem Stück verlegt werden. MineralDesign vario ist der ökologische Boden- und Wandbelag der nächsten Generation, der u. a. eine Bad-Sanierung ohne Staub und Dreck ermöglicht. Dieser keramikähnliche Verbundstoff, hergestellt aus Steinmehl und Polyolefine, ist der Design-Belag der mit dem blauen Engel ausgezeichnet ist und steht für gesundes Wohnen ohne Schadstoffe.

Prof. Dr.-Ing. Andreas Lang beleuchtete in seinem Vortrag in bekannt anschaulicher Manier das Thema Auftragskalkulation. Preisermittlungsgrundlage nach VOB/B=Urkalkulation nach BGB??) als Basis der Nachtragskalkulation oder „Guter Preis bleibt guter Preis – Schlechter Preis bleibt schlechter Preis?“:

  • Die Grundlagen der Kostenrechnung im Bauwesen sowie die Ausschreibungs- und Vergabegrundsätze nach der VOB/A
  • Baubetrieblich sachgerechte Kalkulationsverfahren und deren Kostenbestandteile mit Beispielen
  • Grundsätzliche Nachtragserstellung durch den Auftragnehmer und Nachtragsprüfung durch den Auftraggeber sowohl nach der VOB/B und als auch jetzt neu nach dem BGB seit 01.01.2018
  • Baurechtliche Anspruchsgrundlagen für Nachtragsforderungen nach der VOB/B und das zugehörige System der Nachtragskalkulation
  • Vergütungsanpassung bei Anordnungen nach § 650 c (1) und (2) BGB: Wahlrecht des AN, ob nach tatsächlich erforderlichen Kosten oder auf der Grundlage der Urkalkulation
  • VOB-gemäße Nachtragskalkulation versus BGB-gemäße Nachtragsermittlung: Beispielrechnungen für die Sachverhalte § 2 Abs. 3, 5 und 6 VOB/B bzw. BGB § 350 c BGB „Alter Wein in neuen Schläuche? Nicht ganz. Es gibt einige Neuerungen zu beachten und es bleiben viele Details eines Bauvertrags offen.“ so Professor Lang. Daher ist seiner Meinung nach das neue Bauvertragsrecht im BGB bestenfalls für private Bauherren (Verbraucher) und nicht für gewerbliche oder öffentliche Bauherren geeignet.

Beim traditionellen Weihnachtsgans-Essen und dem einen oder anderen Glas Rotwein beim „Kaiserwirt“ in Ober-Lauderbach, klang die gelungene Veranstaltung in gemütlicher Runde aus. Wir danken allen Teilnehmern für die durchweg positiven Rückmeldungen. Schon jetzt freuen wir uns auf den Planer- und Architektentag 2019, der am 15.11.2019 stattfinden wird.